Herzlich Willkommen

auf der Homepage des Evangelischen Frauenwerks Dithmarschen!

Schön, dass Sie unsere Seite gefunden haben! Hier finden Sie alles im Überblick: Aktuelles, Fotos, Termine und was sonst noch für uns wichtig ist. Wir freuen uns darauf, Ihnen in unseren Veranstaltungen zu begegnen und Sie persönlich kennenzulernen. Und wenn Sie sich gerne mit uns für Frauenrechte weltweit engagieren möchten, sind Sie uns herzlich willkommen!

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Der Schutz der Bevölkerung vor der Ausbreitung des Coronavirus geht vor. Deswegen mussten und müssen auch wir leider viele Veranstaltungen absagen, die von Mitte März bis Mitte Mai 2020 vom Frauenwerk aus durchgeführt werden sollten. Ganz besonders trifft uns die Absage zu unserem am 7. Mai geplanten Frauenmahl in Heide.

Die Corona-Pandemie macht uns bewusst, wie verletzlich wir als Menschen sind. Es ist nicht alles planbar und machbar. In unserer Gesellschaft ist das Funktionieren wichtig, Autonomie und Selbstbestimmung. Diese guten Werte dürfen aber nicht einseitig gelebt werden. Ohne den Einbezug menschlicher Verletzlichkeit wird eine Gesellschaft krank. Diese Symptome sind sichtbar, wenn Pflegekräfte immer mehr in immer weniger Zeit schaffen sollen, wenn zu wenig Personal vorhanden ist, und Einzelne regelmäßig einspringen müssen, wenn jemand ausfällt, so dass keine Zeit zur Erholung vorhanden ist. Viele Berufe im Dienst am Menschen, aber auch vieles, was zu Hause geschieht, in Erziehung, Betreuung, Pflege und Hauswirtschaft, trägt als Fundament die Gesellschaft. Es wird aber nicht genügend anerkannt.

Es macht krank, wenn man immer am Limit arbeiten muss. Es macht krank, wenn man nicht genügend Wertschätzung erfährt. Es ist nicht verwunderlich, dass viele dieser Berufsgruppen in Pflege und Erziehung nach ein paar Jahren in einen anderen Beruf wechseln.

Die menschliche Verletzlichkeit macht unser Menschsein aus. Sie gehört dazu. Sie darf nicht ausgeklammert werden. Ohne Verletzlichkeit fehlt uns Empathie, Vertrauen und Sensibilität. Menschliches Leid steht immer im Spannungsfeld zwischen Leid und Hoffnung.

Keine und keiner möchte verletzlich sein. Das macht oft hilflos, gefährdet und abhängig. Es gehört Mut dazu, sich verletzlich zu zeigen. Jede und jeder von uns ist verletzlich und zugleich in der Lage, auch andere zu verletzen. Als Gemeinschaft der Christ:innen stehen wir dann gut zueinander, wenn wir uns als verwundbare Glieder des Leibes Christi wahrnehmen können, sozusagen als Patient:innenkollektiv.

Diese Welt mit all ihrer Schönheit und vielen Dingen, an denen ich mich freuen kann, trägt aber auch viel Gewaltpotential, Leid und Trauer in sich. Einfache Erklärungen gibt es nicht.

Jesus Christus, Gottes Sohn, wird Mensch, in aller menschlichen Verletzlichkeit. Gott erlebt in seinem Sohn einige prekäre Situationen. Finanzielle Not, Flucht, strukturelle Probleme durch die römische Besatzungsmacht im Land, Anfeindungen, Gefangennahme, Verspottung, Folter bis zur Folter der Kreuzigung.  Im Leiden Jesu leidet Gott selbst.

Gott geht volles Risiko ein und macht sich verletzlich. Er wird verwundbar und sterblich. Seine Motivation ist Liebe zu uns Menschen.

Christus riskiert alles. Er stirbt und ist ohnmächtig. Die Auferweckung geschieht im Handeln Gottes.

Vieles lässt sich nicht verstehen.

Eins aber habe ich verstanden. Gott steht auf der Seite der Verletzlichen, der Verwundeten, der Übersehenen, mitten im Leiden. Auf der einen Seite kann uns das Hoffnung und Trost im Leid schenken. Auf der anderen Seite ist Gott uns nahe, wenn wir uns den Menschen zuwenden, die Hilfe benötigen. Ein Gesellschaftssystem wie Deutschland macht vieles gut. Aber es braucht mehr, um den Dienst an den Verletzlichen zu stärken. Auch durch die Wertschätzung der Menschen, die dieses tun. Jede und jeder von uns ist verletzlich. Jede und jeder ist geliebt.

Lasst uns gemeinsam mutig für eine liebevollere Gesellschaft aufstehen und einstehen!